Vielseitig, effizient, ökologisch

Soja ist eine der wichtigsten und effizientesten Nutzpflanze weltweit. Die günstigen Produktionskosten und hohen Proteinwerte sowie ihre Eiweisszusammensetzung (Aminosäuren, mit tierischem Eiweiss vergleichbar) prädestiniert sie für eine verbreitete und vielseitige Verwendung.

In Form von Lecithin, Mehl, Tofu oder Öl ist Soja ein wichtiger Bestandteil unserer Ernährung. Soja wird aber auch im Tierfutter, für Kosmetik, Druckfarben, Plastik und Agrartreibstoff verwendet. Rund 75% der weltweit produzierten Soja wird für die Nutztierfütterung verwendet, insbesondere für Schweine und Geflügel. 

Produktion und Handel nehmen weiter zu

Die Ölsaat Soja wird auf rund 6 Prozent der globalen landwirtschaftlichen Nutzfläche angebaut. Soja ist weltweit einer der meistgehandelten Rohstoffe.

Im Jahr 2014 wurden weltweit rund 312 Millionen Tonnen Sojabohnen geerntet. Die USA, Brasilien und Argentinien sind die grössten Produzenten. Die drei Länder sind für 80% der weltweiten Produktion verantwortlich. Die grössten Produzentenländer sind auch die grössten Exporteure von Soja. Grösste Importeure von Soja sind China sowie die EU. Zusammen importieren sie mehr als 66% der gehandelten Sojamenge.

In der Schweiz werden rund 3'882 Tonnen Soja produziert. Die UNO-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) rechnet für das Jahr 2020 mit einem Anstieg der Soja-Produktion auf 330 Millionen Tonnen.

Die negativen Folgen des Sojaanbaus

Soja ist zwar ein wichtiger Eiweisslieferant für Mensch und Tier und eine entscheidende Einkommens- und Devisenquelle für die Anbauländer, doch die Hülsenfrucht bringt auch negative Entwicklungen wie extensiven Anbau und die Ausdehnung der landwirtschaftlichen Nutzfläche mit sich. Die dadurch entstehenden Umweltprobleme reichen von Abholzung über Wasserverschmutzung bis hin zu Bodenerosion und abnehmender Artenvielfalt. Durch die veränderte Landnutzung, die Produktion und den Einsatz von Dünger für den Sojaanbau entstehen hohe Treibhausgasemissionen. Auch führt die Ausdehnung des Sojaanbaus zu gesellschaftlichen Konflikten und Spannungen zwischen den Erzeugern und den jeweiligen Gemeinden aufgrund von Land- und Arbeitnehmerrechten, Landflucht usw.

Dank dem Soja Moratorium ist die Abholzung des Amazonas rückläufig. Grosshändler verzichten auf Soja das von Flächen im brasilianischen Amazonasgebiet stammt, die nach Juli 2006 abgeholzt wurden. Heute fallen jährlich noch 5000 Quadratkilometer dem Holzschlag zum Opfer. Vor zehn Jahren waren es fünfmal mehr.

Gentechfreie Soja für die Schweiz stammt aus Brasilien und Europa

In der Schweiz muss gentechnisch verändertes Futtermittel gemäss Futtermittelverordnung von 1999 deklariert werden. Die verschiedenen Label-Programmen in der Schweiz (IP-Suisse, Naturafarm, Bio Suisse/Knospe, Suisse Garantie, QM Schweizer Fleisch, Terra-Suisse, weitere) verlangen eine Fütterung ohne gentechnisch veränderte Futtermittel. Dementsprechend müssen alle importierten Sojaprodukte aus gentechfreiem Anbau stammen. Unbeabsichtigte Vermischungen mit GVO (Gentechnisch veränderte Organismen) sind gemäss Schweizerischer Gesetzgebung zulässig, sofern sie die definierten Grenzwerte von max. 0.9% Verunreinigung für bewilligte GVO nicht überschreiten. Den Sojaimporteuren ist es freigestellt, tiefere Limiten zu definieren, um das Risiko einer Überschreitung der Grenzwerte zu minimieren.

Während die Schweiz faktisch auf GVO freie Futtermittel und damit gentechfreie Soja setzt, nimmt der weltweite Anbau von GVO-Soja zu. Schätzungen gehen davon aus, dass 82 Prozent des weltweit angebauten Soja gentechnisch verändert sind. Von den drei grössten Produktionsländern USA, Brasilien und Argentinien produziert nur Brasilien eine namhafte Menge an gentech-freier Soja. In den USA und in Argentinien wird zu 94 respektive 100 Prozent gentechnisch veränderte Soja angebaut. Gentech-freie Soja, das in die EU und Schweiz importiert wird, stammt deshalb primär aus Brasilien und Europa.

Die Schweiz als Pionierin und Vorbild

Die Mitglieder des Soja Netzwerkes Schweiz sind sich den ökologischen und sozialen Problemen bewusst, die die Sojaproduktion in Südamerika in den letzten Jahren gebracht hat. Deshalb gründeten sie im Jahr 2011 das Soja Netzwerk Schweiz und setzen sie sich seither aktiv dafür ein, dass primär Soja aus verantwortungsbewusster Produktion importiert wird. Im Jahr 2015 betrug der Importanteil von Soja aus verantwortungsbewusster Produktion 94 Prozent. Die Zielerreichung wird jährlich gemessen.

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